
(eine Frage, die ich mir vor 5 Jahren gestellt habe)
Bestimmt nicht wie jetzt in einem Einfamilienhaus mit 7 Zimmer, die jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, teilweise leer stehen und trotzdem alle sauber gehalten werden müssen. Fürs Alter sollten Wohnstube, Schlafzimmer, Eßecke mit einfacher Küchenzeile und Bad vollauf genügen. Vielleicht noch eine Schlafmöglichkeit für den Gast – oder den Partner, der etwas lauter schläft! Dazu natürlich Besenkammer und Platz für Vorräte, die nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Mehr fällt mir im Moment nicht ein.
Aber Sonderwünsche fallen mir ein:
a) Ich möchte, wenn ich alt bin, nicht nur drinnen sitzen und aus dem Fenster schauen.. Ich möchte eine Terrasse, möglichst überdacht und windgeschützt, nicht mit Blick auf eine mit der Zeit langweilige Landschaft oder, als Gegenteil, womöglich regen Verkehrsfluß auf einer Straße. Nein, da sind mir spielende Kinder schon lieber, oder flanierende Jugendliche. Wie wäre es denn mit einer parkähnlichen Landschaft, mit Rad- und Fußwegen, einem Kiosk in der Nähe, wo was los ist?
b) Und dann möchte ich im Alter nicht nur lesen, sondern auch weiterhin meinen Hobbys nachgehen. Also, in meinem Fall musizieren, in Holz basteln, vielleicht noch mal ein Buch schreiben oder mich im eigenen Garten beschäftigen. Meine Frau findet auch sicher noch was, wozu sie dann schön Zeit hätte, z. B. Seidenmalerei. Außerdem möchten wir weiterhin gern mal mit dem Auto durch die Lande fahren, so wie früher.
Was ist die Folge? Wir brauchen Platz. Und der ist in den meisten Seniorenwohnungen heute nicht vorgesehen oder nicht bezahlbar, auch wenn die Werbung das manchmal ganz anders verspricht.
Also planen und bauen wir selbst!
Dem Leser werden jetzt erste Zweifel über die Ernsthaftigkeit dieses Artikels kommen. Aber laßt uns doch mal das gesetzte Thema mit etwas Fantasie angehen, noch kostet es kein Geld , und vielleicht wird es doch noch interessant:
Bei uns nebenan hat man ein eingeschossiges Häuschen gebaut, ohne Keller und mit einem nicht begehbaren Dachboden (Brettbinder, wie bei Stallungen üblich). Es gibt also keine Treppe im Haus, – und ich habe was gegen Treppen, nachdem meine Frau einmal die letzten 5 Stufen herunter gefallen ist! Das Haus ist sehr kostenbewußt erstellt worden. Ich glaube jetzt nicht mehr, daß nur mehrgeschossige Häuser preiswert sind.
Meine Idee: so etwas müßte man im Alter bewohnen, alles zu ebener Erde und noch billig obendrein.
Ein alter Berufswunsch wurde in mir wieder lebendig: der Architekt. Planung war angesagt. Eine einfache Architekten-Software half mir dabei und ein guter Freund, der etwas mehr vom Computer versteht als ich.
Was kam dabei heraus? Ein noch keineswegs fertiges Bild mit zwei langgezogenen Gebäuden, eingeschossig, ohne Keller und mit Brettbinder-Dachstuhl, parallel im Abstand von ca. 20 Meter spiegelbildlich angeordnet. Mit je 6 Wohnungen für zwei Personen oder auch für Alleinstehende. Gesamtlänge der Häuser = ca. 50 Meter, einschließlich Garagen und kleinen Werkräumen an den Stirnseiten. für die Bastler, die es auch im Alter noch nicht lassen wollen.
Der ca. 20 Meter breite Abstand zwischen den Gebäuden wird, wie oben schon erwähnt, als Grünzone mit parkähnlichem Charakter ausgelegt, mit Fahrrad- bzw. Fußweg, eventuell Kinderspielplatz und ähnliches mehr. Hier ist auch ein Kiosk mit begrenztem Warenangebot denkbar und vor allem mit gemütlicher Sitzgelegenheit für den Klönschnack. Für Pkw`s sind vor den Wohnungen jeweils Stellflächen in Rasengittersteinen ausgelegt, gleiches gilt für den Anfahrtsweg. Alle Autos müssen jedoch per Zahlencode oder ähnliches eine Einfahrtsschranke passieren (also kein freier Zugang für „Fremdfahrzeuge“).
Die Wohnungen sind quer in dem langen Gebäude von Außenwand zu Außenwand angeordnet. „Scheibenwohnung“ nannte man das früher. Neben dem Eingang (Windfang) ist eine überdachte und windgeschützte Terrasse. Im Haus sind Wohnzimmer und Eßecke durch eine seitlich verschiebbare , eventuell nur halbhohe Wand getrennt, damit sich beide Räume wahlweise verändern lassen (Platz für Hobby). Nach hinten raus gelangt man jeweils in den zur Wohnung gehörenden Garten, der bewußt klein gehalten ist, um nicht die Grundstückskosten ausufern zu lassen. Falls jemand absolut keinen „grünen Daumen“ hat, läßt sich der Garten ja auch vermieten oder sogar verkaufen.
Daß man im Alter in einer behindertengerechten Wohnung leben möchte, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Ich hätte aber doch noch eine Anmerkung zu machen: Die in Seniorenheimen gern benutzten Hebevorrichtungen für Bad und Bett sind zwar praktisch, stehen aber, wenn sie nicht gebraucht werden, gern im Wege herum. Ich schlage vor, sowohl im Bad als auch Schlafzimmer an der Decke je eine Schiene einzubauen, an der diese Hebevorrichtung erst bei Bedarf eingehängt wird. Diese Schiene sollte solange abgedeckt, d. h. unsichtbar sein, bis sie dann eines Tages gebraucht wird.
Bei einer Einheit mit mindestens 12 Wohnungen sollte ein Hausmeister hier Arbeit finden, z. B. die gemeinsame Heizung, Versorgungseinrichtungen usw. warten und auch für persönliche Dinge in den Wohnungen zur Verfügung stehen. Ihm steht natürlich eine gesonderte Werkstatt zu, und eine Urlaubsvertretung muß ebenfalls geregelt werden. Soweit meine planerischen Vorstellungen.
Und wie realisiert man jetzt eine solche Anlage und wie regelt man das Zusammenleben? Ist so etwas überhaupt zu realisieren?
Ich bin kein Betriebswirtschaftler, und ein solcher muß hier sicher ein entscheidendes Wort mitreden. Das fängt schon an bei dem Bau und endet mit der Trägerschaft. Kann man hierfür die Genossenschaftsidee mit heranziehen? Ich weiß es nicht. Und ich wollte auch keine spruchreife Lösung anbieten, sondern nur Denkanstöße geben. Denkanstöße, die besagen, daß wir selbst gern mitspielen bei der Verwirklichung eines Planes, der insbesondere uns angeht, uns als die ältere Generation.
Klostermeier